Steve Jobs, unser neuer kalifornischer Overlord

Das New York Magazine bringt einen zwischen mühsamer Distanz und unverhohlener Beweihräucherung schwankenden Artikel über Apple-CEO Steve Jobs, dem zwischen einer Geistesstörung und gottähnlichen Zauberkräften so ziemlich alles zugeschrieben wird, was ihn als dem gemeinen Alltag enthoben darstellen könnte.

„Jobs is about to do it again—to unleash another object of overwhelming, consciousness-drenching, culture-shifting desire.“ Es geht natürlich um das iPhone, wegen dem die Apple-Fanboys – und, mal ehrlich, welcher gadgethead ist das im Grunde seines Herzens nicht? – in Redaktionen und Foren sich überschlagen.

„Leute!“, möchte man ihnen und sich selbst zurufen, „Es ist nur ein verdammtes Telefon!“. Nein, natürlich ist es auch ein Webbrowser, ein iPod und ein Statussymbol, ein Indikator der eigenen Zugehörigkeit, gewissermaßen Blackberry für den besonders kreativen (bzw. créativen) Teil der creative class.

Hat jemals ein Gerät mein Leben verändert? Ein einziges, spezielles Modell? Ich würde sagen, nein. Nicht die Atari 2600-Konsole, auf der ich als Vorschul-Nerd Pacman und River Raid gespielt habe, noch mein erster Phillips MSX-Heimcomputer, noch der erste PC, noch das anonyme DSL-Modem, das mir meinen Kindheitstraum von der Breitband-Flatrate erfüllt hat und erst recht nicht der Bondi-Blue-iMac, den zu besitzen ich etwa zwei Monate lang geil fand. Alle diese Geräte hätten durch andere ersetzt werden können und mein Leben wäre sehr wahrscheinlich genau so verlaufen wie es mit all diesen Geräten gelaufen ist.

Kein einzelnes Gerät ist diesen Hype wert. Das hat Steve gut hingekriegt.

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Juni 18, 2007. Aus Übersee, Internet, Popkultur.

2 Kommentare

  1. connaisseur replied:

    Wie? Das Ding hat keine Kamera?

  2. meganils replied:

    Doch. 2 Megapixel. Ändert aber nichts an meinem Argument.

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